Berufsorientierung 2020/21unter erschwerten Bedingungen

In der Pandemie-Zeit stand und steht die Berufsorientierung vor besonderen Problemen. Im Januar 2020 fand das letzte Praktikum für den gesamten damaligen 11er-Jahrgang statt, wie gewohnt wurden Schülerinnen und Schüler von den Lehrkräften an ihrem Arbeitsplatz besucht. Aber schon die Vorstellung der Praktikumsergebnisse der 11er für den Jahrgang 9 war in der gewohnten Form nicht mehr möglich. Viele Betriebe mussten zunächst einmal für sich entscheiden, wie Präsenz durch Homeoffice zu ersetzen und wie überhaupt das Überleben zu sichern war. Nur wenige Branchen (z.B. Bau, Handwerk) konnten eine gewisse Normalität beibehalten. Da die Integration der jungen Generation in das Wirtschaftsleben eine dringende Aufgabe für die deutsche Wirtschaft ist, wurden von den Betrieben nach und nach Formate gefunden, die einen gewissen Ersatz für die persönliche Begegnung darstellten.

Für das SMG war festzustellen, dass für das geplante 11er-Praktikum im Januar 2021 immerhin noch 70 Arbeitgeberbestätigungen vorlagen – bis das Bildungsministerium nach den Weihnachtsferien endgültig entschied, diese Praktika wegen der Gefahr der Ausbreitung der Pandemie landesweit abzusagen. Ein Teil dieser Praktika kann nun vor den Sommerferien 2021 nachgeholt werden. Trotz Ausfall der Projektwoche nutzen wieder 68 Schülerinnen und Schüler ab der Klasse 9 diese Möglichkeit des unmittelbaren Einblicks in die Arbeitswelt.

Welche Alternativen wurden am SMG gefunden?

Die Elternabende für die 9. und 10. Klasse „Wie weiter nach der 10. Klasse?“ in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und der Handwerkskammer fanden per Teams online statt.

Der für einige Kurse ausgefallene Berufswahlunterricht in der Jahrgangsstufe 12 fand online per Teams statt. Die Beraterinnen und Berater der Bundessagentur für Arbeit durften nicht mehr persönlich in Schulen kommen, hatten aber auch noch kein datensicheres Videoformat zur Verfügung, so dass uns die Teams-Lösung zu Hilfe kam.

Die Zukunftswerkstatt für die Jahrgangsstufe 11 fand online statt als Schulveranstaltung für den gesamten Jahrgang. Hier holten wir – dank der großzügigen finanziellen Unterstützung des Fördervereins –Teamer aus Berlin, die einen Tag lang im  Plenum und kleinen Gruppen mit den Jugendlichen an der Frage arbeiteten, persönliche und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Sie lernten dadurch die Methode des Design Thinking kennen.

Daneben gab es eine Vielzahl an schulischen Beratungsgesprächen, die auch veranschaulichten, dass Eltern und Jugendliche oft verunsichert waren, wie es weitergehen sollte. Dank rühriger Eltern, betrieblichen und schulischen Engagements gelang es trotzdem, Ausbildungsverträge abzuschließen sowie Wege zu weiterführenden Schulen zu eröffnen, die gute Alternativen zum Abitur am SMG darstellen.

Bei der Beratung soll es immer darum gehen, das in Rheinland-Pfalz ernst genommene Motto „Nach vorne führen viele Wege“ umzusetzen, nach dem eine Gleichwertigkeit von beruflicher und allgemeiner Bildung angestrebt wird. Auch im dritten Lehrjahr einer Ausbildung kann man einen Fachhochschulkurs belegen und sich auf ein Studium vorbereiten. Es geht darum, den geeigneten Weg für den einzelnen Schüler, die einzelne Schülerin zu finden, was damit beginnt, persönliche Stärken herauszufinden und Interessen zu entwickeln, die dann in Studium und Beruf führen.

Besonderer Dank gilt Melina Magin, die vonseiten der Bundesagentur für Arbeit für unsere Schule zuständig ist und sich in Berufs- und Studienwelt, auch bezogen auf die Region auskennt. Sie ist den Schülerinnen und Schülern zugewandt und bietet in Einzelberatung und bei SMG-Veranstaltungen Hilfe an. Zuletzt fand ein Nachmittag für die Klassen 9 zum Thema Berufsinteressen große Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern.

Ab der Klasse 9 habe ich die Schülerinnen und Schüler in ein Team „Berufsorientierung“ aufgenommen. Dort werden Anmeldeformulare für die Praktika sowie zahlreiche (Online-) Informationsangebote von Betrieben und Universitäten eingestellt. Auch Lehrstellenangebote sind darunter, denn alle unsere Schülerinnen und Schüler sind gefragte Bewerberinnen und Bewerber.

Sybilla Hoffmann (Schullaufbahnberatung/Studien- und Berufsorientierung)