Klimabänder – Botschaften der SMG-Schüler:innen an die Politiker
Die Omas for future sind Teil der Fridays for future-Bewegung, so wie es mittlerweile die grandparents for future, health for future, psychologists for future, teachers for future und vieles mehr gibt. Diese älteren Damen stehen den jüngeren Klimaaktivist:innen in puncto Kreativität in nichts nach: Sie hatten die Idee, aus Stoffstreifen eine wirkungsvolle Protestaktion zu gestalten. Ihr Plan: Kinder und Jugendliche schreiben auf die Stoffstreifen ihre Wünsche an die Politiker:innen in Berlin. Diese sollten in der Nähe ihres Arbeitsplatzes als gewählte Volksvertreter:innen weithin auffällig bunte Bänder flattern sehen. Und am besten auch mal (genau) hingucken.
Woher kommen die flatternden bunten Bänder?
Die Mitglieder der jüngsten Generation hatten diese beschriftet, unter anderem die SMG-Schüler:innen. Sie haben ihre Wünsche formuliert, welche die Politiker:innen in Berlin bei ihren Entscheidungen berücksichtigen sollten: „CO2-Ausstoß sofort reduzieren, nicht erst 2040 – dann ist es zu spät“, „Bessere Bus- und Zugverbindungen für uns Schüler:innen, auch abends und am Wochenende“ oder „Mehr Wertschätzung für unser Essen“ war da beispielsweise zu lesen. Bevor die Bänder nach Berlin kamen, wurden sie in lokalen Aktionen von Kindern und Jugendlichen hergestellt und im öffentlichen Raum aufgehängt, sodass jeder dort nachlesen konnte, was in Bezug auf Umweltschutz gewünscht wird. So wurde der (Haupt-)Eingangsbereich des SMG in der letzten Woche vor den Sommerferien, also in der Woche von 11. bis 16. Juli 2021, zu einem farbenfrohen Flatterbänder-Treppenaufgang. Denn die Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen knüpften die Bänder an das Geländer, das dadurch bunt und luftig wurde, denn beim Öffnen der Türen setzten Luftzüge die Bänder in (Flatter-)bewegungen. Frau Buchner-Naujoks, die bei den teachers for future Mainz von Beginn an mitgearbeitet hat, hatte die Aktion am SMG koordiniert, einige Kolleg:innen spendeten alten Stoff.
„Können wir das nicht einfach so lassen?“, „Lassen Sie das doch so hängen!“, baten viele Stimmen am SMG, aber zu Ferienbeginn am 17.7. war Schluss mit der Farbenpracht, denn eine Delegation der erwähnten teachers for future brachte in den Sommerferien die Bänder per Fahrrad in einer Sternfahrt aus allen Ecken Deutschlands komplett CO2-frei nach Berlin, wo sie am Hauptbahnhof in Blickweite des Regierungssitzes bis zur Bundestagswahl Ende September weiterflatterten. Die Organisator:innen und Bänderschreiber:innen hoffen, dass die neu gewählte Regierung die Botschaften der Kinder und Jugendlichen nicht ignoriert. Denn diese haben zum größten Teil noch kein Wahlrecht – müssen aber noch eine Weile länger auf unserem Planeten zurechtkommen als die Erwachsenen. Mit den Bändern haben sie sich also symbolisch „Gehör verschafft“.
Text und Fotos: Bettina Buchner-Naujoks