Segelprojekt 2019

33 segelbegeisterte Schülerinnen und Schüler der 10. und 11. Jahrgangsstufe konnten es nicht länger abwarten, nach Holland zu reisen. Daher trafen wir uns schon am Donnerstag, den 20. Juni 2019, mit den drei erfahrensten Segellehrerinnen und -lehrern, die das SMG zu bieten hat. Um 11:00 Uhr konnten wir endlich der Hitze in Ingelheim entfliehen und in den klimatisierten Reisebus einsteigen, der uns ohne Umwege direkt zur Segelschule „Allemansend“ in Elahuizen beförderte. Dort wurden wir herzlich von den restlichen Segellehrerinnen- und lehrern begrüßt, die schon einen Tag vor uns angereist waren. Bei diesen anderen Segellehrerinnen- und lehrern handelt es sich um ehemalige Schülerinnen und Schüler des SMG, die vor einigen Jahren selbst am Segelprojekt teilgenommen hatten und seitdem regelmäßig von Herrn May dazu eingeladen werden.


Unsere Unterkunft war ein Nebenhaus der Segelschule mit einer eigenen Küche, einer Tischtennisplatte, einem Gemeinschaftsraum und einem steilen Treppenhaus mit winzigen Stufen. Während des ganzen Aufenthalts haben wir uns selbst versorgt, also in kleinen Gruppen gemeinsam gekocht. Am Ankunftstag wurden wir noch von den Segellehrerinnen- und lehrern verpflegt, aber dann waren wir auf uns allein gestellt – nur Frau Groll und Herr Willke haben uns etwas in der Küche geholfen. Der Schwerpunkt der Exkursion war die praktische Ausbildung im Segeln, die natürlich nicht gleich schon am ersten Tag zu kurz kommen durfte. Deswegen lernten wir noch am ersten Abend, welche wichtigen Knoten man kennen sollte und wie man die Fock und das Großsegel setzt. Dabei darf man nicht vergessen, dass feine Damen pausenlos klagen.

(Merksatz für die Namen der vier Seile am Mast, auch als „Fallen“ bezeichnet: Fock, Dirk, Klau und Piek)

Nachdem am zweiten Tag auch der letzte Nachzügler in Holland angekommen war, wurden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer einem der neun Boote zugeteilt, sodass jeweils vier Teilnehmende und eine Segellehrerin oder ein Segellehrer zusammen in einem Boot saßen. Um aus unserem kleinen Hafen abzulegen, mussten wir zuerst vier wichtige Aufgaben unter uns aufteilen. Dabei sollte sich eine Person ganz vorne auf das Boot stellen, um nach dem entsprechenden Kommando die Vorleine zu lösen und uns vom Land abzustoßen. Eine weitere Person setzt sich hinten an die Pinne, steuert damit das Boot zielsicher aus dem Hafen und gibt dabei vorgegebene Kommandos. Alle anderen dürfen solange paddeln oder starken, bis man das Hafengebiet verlassen hat und die Segel setzen kann. Dazu haben wir am Rand des Hafens nochmal kurz angelegt und uns gegenseitig geholfen.

Holländische Gewässer, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2019. Dies sind die Abenteuer der Kieljolle Muilslag, die mit ihrer 5 Mann starken Besatzung ein paar Stunden unterwegs ist, um fremde Inseln zu erforschen, neue Kurse und neue Manöver. Viele Autostunden von Ingelheim entfernt fährt die Besatzung der Muilslag Kurse, die nie eine Segellehrerin oder ein Segellehrer zuvor gesehen hat – noch am selben Abend machte Herr May eine kurze Theorie-Einheit mit uns. Er erklärte uns etwas über die Kurse zum Wind und wie wir uns auch ohne Landmarken orientieren können. Dazu befindet sich nämlich eine kleine rote Flagge oben auf dem Mast, die den scheinbaren Wind anzeigt. Dieser setzt sich aus dem Fahrtwind und dem wahren Wind zusammen. Außerdem gibt es auch ein paar wichtige Vorfahrtsregeln in Holland, wie zum Beispiel großes Boot vor kleinem Boot, Wind backbord ausweichen, Lee vor Luv und Extraregeln für Fahrrinnen.


Am dritten Tag wurden alle Teilnehmer entsprechend ihrer Vorerfahrung im Segeln Booten zugeteilt. Dadurch konnten die einen die neuen Kurse und Manöver fahren, während die anderen durch schmale Kanäle kreuzten. Das Mittagessen der ersten Gruppe bestand aus Lunchpaketen, die schon beim Frühstück gemacht und auf einer kleinen Insel verspeist wurden. Die zweite Gruppe besuchte ein Nachbardorf und konnte dort frittierten Fisch verkosten. Den Abend verbrachten beide Gruppen wieder gemeinsam in der Segelschule und spielten Volleyball, Tischtennis, Uno, 6 nimmt oder Werwolf bis zur festgelegten Nachtruhe um 23:15 Uhr. Währenddessen hatten die Hilfssegellehrerinnen und -lehrer die Möglichkeit zu einer Fortbildung.

In den folgenden Tagen wurden uns viele weitere Manöver beigebracht und wir lernten uns alle besser kennen, da man jeden Tag mit anderen Leuten in einem Boot saß. Jeder Morgen begann mit dem Wettstreit um das frische Obst und um die beliebten Aufstriche für unsere Lunchpakete. Die Mittagspausen auf den Inseln waren begleitet von viel Sonnenschein und einer unangenehmen Hitze, die wir nur dank der Abkühlung im Wasser aushalten konnten. Abends mussten wir auch mal das Haus der Segelschule oder unsere Boote putzen, aber das ging meistens relativ schnell. Am Abend des vierten Tages war ein Spieleabend geplant, wobei jedes Zimmer jeweils ein Spiel festgelegt hat. Dabei wurden Klassiker wie Obstsalat, Reise nach Jerusalem und Capture the Flag gespielt, aber auch ein lustiger Staffellauf mit zwei Schwimmwesten als Windeln wurde durchgeführt. Alles in allem war es ein sehr gelungener Abend.

Den Höhepunkt des Segelprojekts bildete die Regatta am Nachmittag des sechsten Tages. Hierbei wurde uns freigestellt, mit wem wir uns sicher ein Boot und hoffentlich den Sieg teilen würden. Jeweils zwei Boote bildeten zusammen ein Team mit einem kreativen Namen und einem einzigartigen Erkennungsmerkmal.

So setzten sich die „Drunken Sailors“ knapp gegen das „Team Absturz“ und „Herr Mays Maykäfer“ durch. Am Ende des Tages mussten sich die “Acht Knoten” mit dem letzten Platz zufriedengeben, weil sie beim zweiten Spieleabend viele Punkte verloren hatte. Dieser war von den Segellehrerinnen- und lehrern geleitet und danach in die Wertung der Regatta mit einberechnet worden. Es wurden komplett neue Spiele erfunden, wie zum Beispiel Fender-Zielwurf ins Hafenbecken, Fehlersuche im Haus der Segelschule oder zwei Blinde sollen ein Boot nachtfertig machen. Bei diesem Spiel fiel die wasserdichte Kamera ins Hafenbecken, sodass wir fast alle Aufnahmen vom Segelprojekt verloren hätten – wenn Leon Schölch nicht dabei gewesen wäre: Er hat sich schnell eine Badehose angezogen, ist bis zum Boden getaucht und konnte sie zurückholen!

So war das Segelprojekt in der SMG Projektwoche 2019 doch noch ein voller Erfolg für alle Beteiligten!

Anton Wachtel (12 M-1)

______________________________________________________________

Segelprojekt 2020

Von Samstag, den 27. Juni 2020, bis Samstag, den 04.Juli 2020 -

Anmeldungen nach den Herbstferien bei Herrn May